Dass man das mit dem Schlafen erstmal vergessen kann, wenn ein Baby ins Haus trudelt, haben se einem ja gesagt. Dass sich das auch jenseits des ersten Geburtstags nicht ändert, ist dabei irgendwie unter den Tisch gefallen.

Nennt mich blauäugig, aber ich dachte wirklich, wenn das erste Jahr geschafft ist, wird das Baby quasi zum Selbstläufer. Schlaflose Nächte plante ich erst in 13 Jahren wieder ein, wenn das Baby langsam flügge wird und das Nachtleben erkunden will. Wie jetzt – die kriegen Zähne? Und fangen nachts erst richtig an, den Tag zu verarbeiten – mit Händen und Füßen? Fieber, Schnuppi und Co werden zu Dauergästen?

Sorry, wenn hier jetzt Seifenblasen platzen und euch die harte Realität kalt in den Nacken schlägt: Schlaflose Nächte werdet ihr auch nach Babys erstem Geburtstag haben. (Alle Eltern durchschlafender Kinder: Jetzt einfach mal die Fr… halten ;)) Und das gar nicht mal so selten. Ich spreche da aus Erfahrung. NATÜRLICH teile ich meine erprobten Tipps mit euch, wie ihr solche Nächte übersteht. Und NATÜRLICH meine ich eventuell alles nicht so ganz ernst (doch).

1. Tagsüber Energie sammeln

Mit Energie meine ich Kalorien. Streuselschnecke zum Frühstück, Schokopudding zum Mittag – und wenn ihr der zahnenden Heulboje abends Grießbrei kocht, könnt ihr eure Portion gleich noch mit ner ordentlichen Ladung Zimtzucker und brauner Butter toppen, bevor es zum Dessert ein Eis gibt. (Mit „ein Eis“ meine ich einen Becher.)

2. Geschmack beweisen

Babys beruhigen sich bekanntlich bei lieblicher Sangeskunst am besten. Wie praktisch, dass sie die Texte noch nicht verstehen. Ich singe oft „Hey Du“ von den Beatsteaks, das hat einen schönen Text. Manchmal beschleicht mich aber auch ein Ohrwurm von den Ärzten (Männer sind Schweineeee) oder Alligatoah (Wiiiiillst du mit mir Drogen nehmen). Auf meiner letzten Fahrt nach Berlin hat mir eine andere Mama erzählt, sie würde in solchen Nächten oft „Marmor, Stein und Eisen bricht“ singen … jede/r wie er mag, ne…

3. Shopping

Das Kind schläft endlich. Auf meinem Bauch. Es gibt wohl Menschen, die können so auch einschlafen, ich gehöre leider nicht dazu. Da Freizeit als Eltern ohnehin rar ist, muss auch diese schlaflose Zeit sinnvoll genutzt werden. Ich darf nicht ausrechnen, wie viel Geld ich in solchen Nächten online vershoppt habe! Alternativ lese ich Blogs oder schreibe selber. Ihr dürft raten, zu welcher Uhrzeit diese Liste entstand.

4. Ideen sammeln

90% meiner Pins auf Pinterest habe ich im letzten Jahr nachts gepinnt. Ich sammle schon mal Ideen für die Zeit, wenn das Baby älter wird und auch mal alleine spielen will. Was werden ich alles backen, häkeln, weben, malen, bauen, reparieren!

Pincode norainhh.de
Scannt den Pincode, dann gelangt ihr direkt zu meinen prall gefüllten Pinterst-Boards! (Alternativ geht auch draufklicken ;))

5. Rache planen

Ja, natürlich. Das Baby kann nichts dafür, dass es Zähne kriegt. Und jeder kann sich wohl denken, wie weh das tut. Aber ihr könnt auch nichts dafür, dass der Staubsauger aus den 90ern noch so gut in Schuss ist. Der ist zwar tierisch laut, aber erfüllt hervorragend seine Dienste. Morgens um 7 vorm Zimmer des (14-jährigen) Babys.

6. Socializen

Kommt ihr mit Baby noch dazu, regelmäßig Kontakte zu pflegen? Also mir gehen ständig Nachrichten durch die Lappen und erst Tage später entdecke ich sie wieder, um zu antworten. Mit Baby auf dem Bauch hat man endlich mal Zeit. Von unten anfangen und dann hoch arbeiten.

7. Positiv denken

Überlegt euch nur mal, wie viele Kalorien ihr in so einer Nacht verbrennt! Stehen, wippen, gehen und dabei stets drei bis zwölf (?!) Kilo auf dem Arm! Ich trainiere zum Beispiel auch gerne mal meine Waden, weil das Baby gern aus dem Fenster schauend im Schaukelstuhl wegdämmert.

8. Gründe suchen

Scherz. Tut das bloß nicht. Selten ist es so offensichtlich wie Husten. Zähne, Sprünge, Phasen, Wachstumsschmerzen, Irgendwasverarbeitung … es ist wie in nem Swingerrclub: Alles kann, nix muss. Auf der Suche nach Gründen für solch schlaflose Nächte verliert ihr sonst nur etwas, nämlich euren Verstand.

Ihr seid dran: Her mit euren Tipps und Tricks für schlaflose Nächte mit Baby!

Kommentare

  1. Eine tolle Liste mit Tipps hast du da zusammengestellt . Ich muss beim dritten Baby leider “die Fresse halten”, kann mich aber noch halbwegs gut ans erste Baby erinnern das ich stundenlang auf dem Physioball in den Schlaf gehopst habe .

  2. Ich Glückliche hatte nur sehr wenige schlaflose Nächte mit Baby, habe aber unter späten Einschlafzeit (22/23 Uhr) gelitten. Ich glaube, den Schlafmangel kann man sich gar nicht positiv denken, aber immerhin wurde es hier dann wieder besser mit der Zeit.^^

  3. Warte mal ab, bis die erste Magen-Darm-Grippe mitten in der Nacht ausbricht – gern bei dir und dem Baby gleichzeitig.
    Ich finde, Nächte werden von schnarchenden Durchschlafern überbewertet. Nie ist die Welt so friedlich wie nachts. Du wirst nie so viele Sterne glitzern sehen wie nachts. Ab und zu verirrt sich auch eine Sternschnuppe an den nächtlichen Himmel. Das sehen alle Schläfer nie. Unsere Babys wissen das und sind deswegen wach und lassen uns an diesen Wundern teilhaben. Im Grunde kann man es sich aber auch schönreden, um nicht gänzlich den Verstand zu verlieren, wenn die letzte Nacht schon wieder nur drei Stunden lang war.
    Pubertät ist – finde ich – nicht besser. Da hast du abends nie Ruhe, weil das große Kind ewig lang wach ist und dafür morgens erst gegen elf aus der Koje gekrabbelt kommt, um den Tag zu beginnen, während du schon seit Stunden wach bist.
    Du kannst es drehen und wenden – es hat alles Vor- und Nachteile.

  4. Was für ein toller Blog.. . Der Artikel spricht mir aus dem Herzen! Weiter so!
    Und gern auch mehr upcycling Ideen! Ich klau gleich erstmal den Papa ein Hemd 🙂

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