Ahoi zusammen und willkommen zu meiner neuen (mal sehen wie) regelmäßigen Rubrik SEWcial Media (oh ja, Wortspiele kann se!)! Einmal im Monat, so ist der Plan, möchte ich hier meine liebsten Netzfunde rund ums Thema Nähen mit euch teilen.

Da ich schon allein aus beruflichen Gründen ziemlich viel Zeit in diesem Internet verbringe, habe ich das Sammeln von lesenswerten Blogartikeln, noch zu hörenden Podcastfolgen, inspirierenden Hashtags, schönen Accounts und Pins nahezu perfektioniert.

Und mit perfektioniert meine ich, dass ich genau weiß, was ich in mein Notizbuch, was auf meinen Büroblock, was in die Handynotizen und was in meinen Kalender geschrieben habe. Und was ich bei Bloglovin gespeichert, auf Pinterest gepinnt, bei Instagram oder Facebook gesichert habe. Und dann gibt es ja noch die Lesezeichen im Browser… Organisiert geht anders – wie macht ihr das denn?!

Heiß diskutiert: #sewinclusive

Wenn ihr Fredis “Sonntagsschnack” lest, seid ihr bereits darüber gestolpert: Das Thema inklusives Nähen ist auf Instagram und nicht-deutschsprachigen Blogs gerade hoch im Kurs. Unter einem Post von SBCC Patterns ist eine recht hitzige Diskussion darüber entbrannt, warum viele (vornehmlich Indie-) Schnittmusterdesigner ihre Werke nicht für Größen jenseits der 46 anbieten.

Ich finde das Thema schwierig (ja mensch… wäre es einfach, gäbe es keine Diskussion, ne). Dass viele Designer den Mehraufwand eines breiteren Größenspektrums scheuen, ist für mich nachvollziehbar ich. Es ist nun einmal so, dass man Schnittmuster nicht wild in alle Richtungen gradieren kann – irgendwann verlieren sie ihre Form. Ein Shirt, das in Größe 32 lässig um die Hüfte flattert, dient – schlecht gradiert – einer Größe 50 bestenfalls als bauchfreies 90s-Revival, da die Proportionen des Oberkörpers völlig unterschiedlich sind.

Es geht also nicht nur um ein paar weitere Rechnungen und Linien, sondern um ein zweites Produkt. Natürlich wollen gerade kleine Labels möglichst die breite Masse ansprechen und mit der üblichen size range eine sichere Nummer fahren.Doch genau da liegt doch der Hund begraben. Was ist denn die breite Masse? In meinen Augen trifft es dieser Absatz von Cashmerette auf den Punkt:

[…] why did you pick a size 6 to start with in the first place? Given the demographics of the female population, it would be much more relevant to start at a 16/18 and work from there.

CASHMERETTE: PLUS SIZE WOMEN ARE NOT A MINORITY OR NICHE.

“Warum wählt man eine Größe 6, um mit der Arbeit zu beginnen? Angesichts der Demographie der weiblichen Bevölkerung wäre es viel sinnvoller, mit einer 16/18 zu starten und von dort aus zu arbeiten.”

Mein Ansatz wäre daher eher, auf die üblichen Grössenbezeichnungen zu verzichten und Alternativen zu finden. Einige Designer nutzen dafür z.B. einfach das Alphabet. So kommen wie gar nicht erst auf die Idee, stur nach Kaufgröße zu nähen, sondern widmen uns mal einer vernünftigen Ausmessung. Genau deshalb nähen wir doch – weil wir das RTW-Shirt  in einer 38 gar nicht über die Brust kriegen, es am Bauch aber wild rumschlackert. Oder andersrum.

Eine 16/18 entspricht übrigens ungefähr einer 44/46 bei uns – was ich persönlich bislang nicht mal als “plus size” verstanden habe.) WTF?! Wenn euch das Thema interessiert, klickt rüber zum Curvy Sewing Collective – neben einem Kommentar gibt es hier auch eine Übersicht über in diesem Rahmen veröffentlichte Blogposts.

Auch in aller Munde: Capsule Wardrobe

Ein weiteres Thema, das gerade überall aufploppt, ist Capsule Wardrobe. Der Begriff Slow Sewing tauchte ja schon letzten Herbst immer häufiger auf – der Trend geht wohl weg von “OMG den neuen Schnitt von XYZ muss ich SOFORT testen!” In manchen Facebookgruppen dauert es ja teilweise keine drei Stunden mehr, bis die ersten Werke gepostet werden. In der Zeit hätte ich noch nicht mal einen Drucker aufgetrieben!

Stattdessen geht es nun immer mehr darum, eine “vernetzte Garderobe” aufzubauen. Ein Griff in den Kleiderschrank – zack, gut angezogen. Weil alle Teile gut durchdacht und aufeinander abgestimmt sind. Mehr Infos und sogar kostenlose Workshops findet ihr zum Beispiel bei Hilli Hiltrud, Rapantinchen (man kann sich leider nicht mehr anmelden, aber bestimmt teilt sie auch vieles bei Instagram!), Elle Puls, Wearology. Und bei ungefähr 1.000 superseriösen “Coaches”, die uns bei Facebook ihre Ads um die Ohren ballern.

Netzauslese im Januar

Neben den zwei Top-Themen im Januar gab es noch ein paar Fundstücke, die ich euch im Schnelldurchlauf zeige.

Lieblingsblogposts

Capsule Wardrobing hat mir zu viel mit Denken und Planen zu tun. Viel besser fand ich die Idee von What Kathie Sews, sich wie ein Buntstift zu kleiden: DRESS LIKE A CRAYON. Ich wäre dann wohl der Bleistift:

Mein Bleistift-Ich: Mit Alltime-Fav-Jeans und einer “Frau Luise” von Hedi Näht

Yeah! Upcycling ist auf dem Vormarsch! Etwas, was man ständig aussortiert, nie entsorgt und heimlich im Schrank stapelt, sind Jeans. Bei Britte aka. Erbsenprinzessin findet ihr jetzt eine Upcyclingidee für eure alten Hosen: Wie cool ist bitte dieser Pulli, der aus einem Oberteil und aussortierten Jeans besteht?

Ebenfalls ein Upcyclingprojekt habe ich bei So Sew Easygefunden: Hier gibt es eine Anleitung, wie ein alter Pullover ein Zweitleben als Cardigan erleben darf.

Es hat nichts mit Nähen zu tun, sondern mit Stricken, aber die Idee von Johanna ist so, so großartig wie einfach: Aus Paketschnur wird ein “Massagerubbel” – perfektes DIY-Geschenk würde ich sagen!

Was mich selber gerade oft nervt, da ich für das Baby recht viele Hosen mit Gummibund nähe, sind die dicken Stellen dort, wo die beiden Enden aufeinandertreffen. Eine simple Lösung mit detaillierter Bilderanleitung gibt es bei Easy Peasy Creative Ideas.

Gespeicherte Instagram-Posts

Richtig dolle weit oben auf meiner “To Sew”-Liste steht der Hoodie “Hudie” von Prülla. Vor allem seit es das Add-on für diesen Kragen gibt, bin ich wild darauf, den Schnitt zu nähen. Jetzt bräuchte ich nur noch Zeit und/oder ein schlafendes Baby.

Ich wollte nie eine “dieser Mütter” werden – eine, die ihrem Kind an sämtliche Kapuzen kleine Öhrchen näht. Was soll ich sagen – doch, genau so eine bin ich. Das Baby braucht UNNNBEDINGT so eine Jacke nach dem neuen Schnitt von IkateeCouture:

Wenn meine Jeanshosen mal kaputt gehen, dann IMMER an dieser Stelle. Ich weiß nicht, ob diese Methode wirklich langfristig hält, aber bei Gelegenheit werde ich es mal ausprobieren. Denn ich finde es so schade, Jeans zu entsorgen, weil sie im Schritt diese blöden Löcher haben. Der Rest ist ja meistens noch total in Ordnung! Aus dem könnte ja dann so ein Patchwork-Sweater werden!

So, ihr Lieben. Das wars für heute! Ich hoffe, meine Netzfunde im Januar gefallen euch so gut wie mir. 🙂 Vielleicht habt ihr ja auch noch Themen und/oder Posts, die euch diesen Monat bewegt haben, dann schreibt mir einen Kommentar!

Kommentare

  1. Mega die geile Kategorie! Freue mich schon auf die nächsten Sewcials 🙂

    #sewinclusive ist ein sehr heißes Eisen. Hab da mit Kollegen auch schon öfter mal drüber gesprochen, und es gibt da seeeehr unterschiedliche Meinungen. Bin gespannt, ob sich, wenn die Diskussion überschwappt, ein paar mehr trauen, große Größen mit anzubieten und den Mehraufwand in Kauf nehmen. Klar kommt es auf den Schnitt an, aber ich muss sagen, ich war extrem positiv überrascht, wie gut eine Culotte in Gr. 56 aussehen kann! Ausprobieren lohnt sich also – auch bei Schnitten, wo man von vornherein vielleicht erstmal denkt “ooooh…. ich weiß ja nicht….”

    Übrigens witzig, dass bei dir 1000 seriöse Capsule Wardrobe Coaches unterwegs sind – warum wurden mir die noch nicht angezeigt? Ich bin lediglich von 187.000 superseriösen Onlinekurs-Coaches umgeben, die alle DEN perfekten Kurs für DAS Onlinebusiness haben. Was aber leider nicht Capsule Wardrobe sondern… (dramatische Pause) – ein Kurs dafür ist, wie man erfolgreich Coach für Onlinekurse wird…. achso.
    Äähm… naja, ich bastel erstmal weiter an meiner DIY Capsule Wardrobe 😉

  2. Super Idee und viel schöne Inspiration und Know-How dabei! 🙂 Die Ohrenjacken hab ich auch schon entdeckt, rede mir aber noch ein, dass meine Kleine schon zu groß dafür ist, obwohl ich es total niedlich finde 😉
    Vielen Dank dir und ich freue mich auf eine nächste Runde! <3

  3. Liebe Nora,
    bei meinen Schnitten gehe ich auch von einer 36 aus. Dann das ist meine Größe, anhand der ich natürlich alles am besten testen kann, bevor der Schnitt gradiert wird.
    Es wundert mich, dass es so wenig reine Übergrößen-Labels gibt, wenn der Bedarf scheinbar so groß ist. Aus dem Problem heraus, dass man keine Schnitte für sich findet, könnte man ja die besten Lösungen entwickeln. Und wenn man es geschickt anstellt, kann man ja trotzdem bis zur 36 oder 34 heruntergradieren, um die Käufermasse zu erreichen.
    Ich hoffe, das klingt nicht überheblich. Aber ich bin schon immer irre froh, wenn ich genügend 46er zum Probenähen finde. Also, Mädels: wenn ihr 46 näht, meldet euch gerne bei mir.
    Liebe Grüße! Petra

    ps. Die Problematik bei den Übergrößen ist auch, dass die Proportionen extrem unterschiedlich innerhalb einer Größe sind. Das ist bei den normalen Größen wesentlich weniger ausgeprägt. Und das macht natürlich alles sehr kompliziert.

  4. Wow eine echt tolle Zusammenstellung! Ich freu mich schon sie häufiger zu lesen. Vieles davon ist mir wohl beim Surfen durch die Lappen gegangen ☺️. Meine Methode mir die interessanten Dinge zu merken ist übrigens kaum anders als deine. Obwohl ich mir Sachen aus dem Netz selten auf Papier schreibe. Aber ansonsten ist alles dabei von Bloglovin über Facebook, Instagram und Pinterest. Echt schwierig da den Überblick zu behalten .

    Das mit dem Jeans flicken im Schritt darfst du aber nur machen wenn du dir vorher auch so schöne “Edelsteine” auf die Nägel klebst .

    Gruß Catrin.

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