Im Mai dachte ich noch: “Och, süß. Die 68er-Bodys – die werden wohl ungetragen ans nächste Kind vererbt.” Und heute so: “Och, doof. Das Baby hat ja gar keine passenden Sommersachen mehr.” Also musste fix Nachschub her! Und was geht schneller als Shoppen? Genau, nähen. Zumindest wenn das Baby gerade neue Zähne kriegt und tagsüber mehr schläft als nachts.

Ich hab ja nichts gegen Sommer, aber…

Vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass ich eher der Typ bin, der im Sommer in kühlere Gefilde flüchtet. Schwitzen ist nicht so mein Ding, am liebsten würde ich derzeit meine Sachen packen und nach Grönland abhauen. Das geht aber leider nicht und gleichzeitig kann ich bei Sonne schwer im Haus bleiben. Wie praktisch, denn spätestens seit das Baby den Dreh mit dem Krabbeln raus hat, sind unsere vier Wände zu langweilig. Einmal vom kleinen Zimmer in die Küche und zurück, dann muss mehr Action her. Dummerweise hat es sämtliches Potenzial dieser Strecke schon gegen 9 Uhr morgens ausgeschöpft.

Wir MÜSSEN also raus und ich muss zugeben: Mir kommt dieser Sommer ganz gelegen. Vormittags erledigen wir, das Baby und ich, fix unsere Einkäufe oder spazieren am Kanal entlang. Nach dem Mittagsschlaf werden alle Sachen gepackt und wir ziehen in den Stadtpark. Auf der schattigen Wiese am Lesecafé lässt es sich ganz gut aushalten. Hin und wieder weht ein (sehr) laues Lüftchen und zuuufällig gibt es hier auch (sehr) leckeren Eiskaffee.

Baby-Jumpsuit nähen | norainhh.de

Praktisches Sommeroutfit für den Park

So ganz nackig mag ich das Baby auch bei 35 Grad nicht durch die Stadt kutschieren, deshalb wollte ich ihm ein paar Outfits aus möglichst wenig Stoff nähen. Zudem durften es keine Extravaganzen sein, wer weiß schließlich, wie lange noch Sommer bleibt!

Seit ich das amerikanische Label Brindille & Twig entdeckt habe, nähe ich Babysachen kaum noch nach anderen Schnitten. Sie sind supersimpel, dank Bilderanleitung auch ohne Englischkenntnisse gut zu verstehen und wirklich schnell gemacht. Die Bummies gab es zum Sommeranfang als Freebie. Passend dazu ist das Ringer Tee schon mehrfach in des Babys Klamottenschublade gezogen. Beide Schnitte sitzen schön locker und sind damit ideal für heiße Nachmittage im Park!

Eis, Eis, Baby

Habt ihr auch so einen “Alte Klamotten, deren Stoff zu gut zum entsorgen ist”-Stapel? Meiner ist ziemlich hoch und perfekt für Babykleidung geeignet.

Für die Bummies habe ich die Stoffreste meiner Umstandsbluse aus Denimchambray benutzt, obwohl der Schnitt eigentlich für Jersey konzipiert ist. Ich habe die Hose einfach zwei Größen größer zugeschnitten und die Beinausschnitte um je 2 cm erweitert. So passt sie perfekt!

Beim Ringer Tee habe ich die Ärmel weggelassen und stattdessen Bündchen angenäht, fertig war das Baby-Tanktop. Der Stoff war letztes Jahr beim Nähcamp in meiner Goodiebag und ich hatte daraus eine Frau Madita genäht. Da ich den Pulli aber nur einmal auf Sizilien getragen hatte, wurde es nun Zeit für ein zweites Leben. Und das Eis-Patch passt ja perfekt zum Sommer 2018. 🙂

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Aus Frau Madita wurde ein Ringer Tee fürs Baby!

Patternhack: DIY Baby-Jumpsuit

Ich liebe Jumpsuits fürs Baby! Da muss man so schön wenig nachdenken, ob alles zusammenpasst. 🙂 Da ich keine Lust hatte, dafür extra einen neuen Schnitt zu kaufen und sich die zwei Basic-Teile von B&T bereits bewährt hatten, entschied ich mich für einen Patternhack. Aus zwei mach eins quasi.

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Ein sommerlicher Baby-Jumpsuit, der aus zwei einfachen Grundschnitten besteht!

Als Stoff diente mir hier ein altes Jerseykleid, dass ich vor ungefähr 100 Jahren im Sale geshoppt und NIE getragen habe. Das Preisschild hing noch dran…

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Upcycling: Vom Kleid ist kaum noch etwas übrig!

Anleitung Patternhack Baby-Jumpsuit:

  1. Ringer Tee und Bummies nach Anleitung nähen, dabei die Bauchsäume offen lassen.
  2. Ober- und Unterteil mit einem elastischen Stich am Bauchsaum zusammennähen.
  3. Bauchumfang des Babys ausmessen und Framilonband in dieser Länge zuschneiden.
  4. Das Framilonband zu einem Ring schließen und gleichmäßig an der Bauchnaht feststecken.
  5. Framilon festnähen und dabei gleichmäßig dehnen. Das habe ich immer mit der Overlock gemacht, wie das mit der normalen NähMa klappt, weiß ich leider nicht.
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Das Framilonband rafft den Saum gleichmäßig zusammen.

Nachträglich habe ich am Rücken noch eine Knopfleiste eingefügt, weil mir das Anziehen mit dem Wirbelkind zu umständlich war. Mehr Infos dazu habe ich schon mal bei meiner Umstandsbluse gepostet.Baby-Jumpsuit nähen | norainhh.de


Schnittmuster: Ringer Tee und Bummies (Brindille & Twig)

Größe: Das Baby schwankt gerade zwischen einer 68 und 74. Das Ringer Tee und die Jersey-Bummies für den Baby-Jumpsuit habe ich in 78 genäht, die Denim-Shorts in 84.

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