Was Wellensittiche und Schwangere gemeinsam haben | Mini & Me

Was Wellensittiche und Schwangere gemeinsam haben | norainhh.de

… die Leichtigkeit schon mal nicht. 😉

Ich erzähle euch heute eine Geschichte von meinem Wellensittich Pippi und warum ich mich, jetzt wo dieses Schwangersein allmählich in die Endrunde geht, in ihm wiederfinde. Es geht, ich kann es nicht weniger spannend sagen, um Leben und Tod.

Meine Eltern und einige Freunde werden jetzt schon die Augen verdrehen: „Orr Nooora, die Story erzählst du jede Woche!“ Das stimmt so nicht … höchstens einmal im Monat. Und aufgeschrieben habe ich sie noch nie!

Mein Wellensittich Pippi

Das ganze Drama ereignete sich, als ich etwa 14 war. Ich hatte auf jeden Fall schon ein Handy und schrieb an diesem Tag eine SMS an meinen Papa: „Pippi ist tot.“ Und da soll es jetzt Ähnlichkeiten zu meinem schwangeren Ich geben? Oooooh ja.

Neben Pippi hatten wir auch noch eine Katze namens Biene. Und wie das so ist, eines schönen Tages vergaß ich für FÜNF SEKUNDEN, die Käfig- und dummerweise auch meine Zimmertür zu schließen. Zack, Biene (also die Katze) rein, Pippi raus, Biene mit Pippi im Maul ab in den Keller, Nora hinterher.

Wie ich es schaffte, Pippi aus dem Katzenmund zu befreien, weiß ich leider nicht mehr, aber es war mit Sicherheit sehr heldenhaft. Ich trug ihn behutsam zurück ins Zimmer und untersuchte das kleine Tier. Äußerlich sah er eigentlich ganz gut aus – zwei kleine rote Punkte am Bauch, aber scheinbar hatte Biene noch nicht angefangen, auf ihm herumzukauen.

„Papa, Pippi ist tot.“

Vorsichtig bettete ich Pippi auf den Boden seines Käfigs. Er bewegte sich nicht groß, aber er blieb aufrecht sitzen und atmete. Das ging eine Weile so: Pippi atmet, Nora guckt. Irgendwann plusterte er sich kräftig und begann zu schnattern. Dann hüpfte er eine Stange hinauf. Und noch eine. Er fing wieder an zu flattern, hüpfte fröhlich durch die Gegend und hatte sich offenbar von seinem Schreck erholt. Dachte ich. Dann kippte er um und war tot.

Das, meine Damen und Herren, ist der sogenannte Pippi-Moment: Kurz vor dem Ende lebte der Kleine noch mal richtig auf und es schien ihm wieder bombe zu gehen. Nur um im nächsten Moment den Löffel abzugeben.

Pippi-Momente in der Schwangerschaft

Was das nun alles mit mir und dem Mini zu tun hat? Genau so geht’s mir mittlerweile JEDEN. TAG. Ich wache auf, denke „Oah, super Tag heute, ich konnte zwar wieder kaum schlafen, weil der Mini im Bauch ausgerastet ist, aber ich bin ja total fit! Heute Abend nach Feierabend werde ich auf jeden Fall noch was unternehmen. Mit Freunden treffen! Ins Kino gehen! Die letzte Freiheit genießen!

Irgendwann zwischen 11 und 15 Uhr ist es dann so weit: mein täglicher Pippi-Moment. Auf die fröhlich-fitte gute Laune folgt eine monströse Müdigkeit. Stellt euch vor, ihr wart drei Tage auf einem Festival, konntet null schlafen, wart aber trotzdem bei jeder guten Band und müsst dann die ganze Woche superviel arbeiten. So ungefähr fühle ich mich dann. Nur noch ein bisschen müder und ohne den Festivalspaß.

Und das war’s dann mit all den Freiheitsplänen. Sofa statt Kino, Pizza statt Grillen und Bett statt bis in die Nacht draußen sitzen. Mein schwangeres Ich ist wie mein Wellensittich Pippi – nur weniger dramatisch.

PS: Man könnte meinen, das Titelbild ist ein Foto, aber in Wirklichkeit habe ich mir nur sehr viel Mühe gegeben, Pippis Farbenpracht für euch noch einmal darzustellen.

3 comments on “Was Wellensittiche und Schwangere gemeinsam haben | Mini & Me

  1. Ich liiiiiiebe deine Texte – das musste jetzt mal geschrieben werden.
    Herrlich – morgens lachend im Büro zu sitzen – das verwirrt die Kollegen so richtig!
    Alles Liebe, Tanja

  2. Ach ja, Nora, ich kann das gut nachvollziehen. Einerseits hatte ich auch mal einen Wellensittich, der irgendwann tot von der Stange fiel (allerdings ohne dass eine Katze daran beteiligt war), andererseits war ich auch dreimal schwanger und kenne das gut (obwohl es schon arg alnge her ist). Das Tolle ist aber: in dem Moment, wo der Mini auf der Welt ist, wird alles (müde sein, Kotzen, sich nicht bewegen können, sich absolut furchtbar fühlen, nicht mehr wissen, wie man diese Monate überstehen soll usw usw) von der Platte gelöscht. Versprochen.

    Mach also einfach so weiter. Wir fühlen mit dir. (Wer auch immer sich noch als „wir“ angesprochen fühlt). Alles wird gut.

    Außerdem: ich liebe deine Texte auch.

Kommentar verfassen