Über Stoffdemenz und Nähorga – mit FREEBIE: Stoffkarte 

Wer näht, braucht Stoff. Wer viel näht, braucht viel Stoff.

 

Alte Indianerweisheit. 

Als Tier wäre ich definitiv ein Eichhörnchen. Nichts kann ich besser, als Dinge zu sammeln und zu horten. Meistens sind es Kleinigkeiten, die unauffällig in irgendwelchen Schubladen verschwinden. Es sind aber auch Stoffe, die sich schon schwieriger vor den verständnislosen Augen von Nicht-Eichhörnchen verstecken lassen. Ich nenne das Gemütlichkeit, andere Unordnung.

Stoffkarte | norainhh.de

Abgesehen von der Nicht-Versteckbarkeit meiner textilen Schätze, habe ich sie auch einfach gern im Blick. Was natürlich nicht verhindert, dass ich regelmäßig in Stoffläden verschwinde und Nachschub kaufe. Nachschub wäre es allerdings nur, wenn ich sonst nichts mehr hätte, oder? In meinem Regal ist aber schon lange kein Platz mehr (obendrauf auch nicht). Der Grund ist einfach: Ich bin unfassbar vergesslich und weiß, sobald ich aus dem Haus bin, nicht mehr, welche Stoffe ich noch habe. Wenn ich dann mal wieder an einem Stoffladen vorbeikomme, ist kein Halten mehr:

Das wollte ich doch noch nähen! Dies müsste ich noch nachkaufen! Wir schön dieser Stoff als Pulli wäre! Lieber alles mitnehmen, bevor ich auch diesen einzigartigen Stoff vergesse.

Stoffkarte | norainhh.de

Einen ehrlichen Applaus für alle, die projektbezogen shoppen. Ich kaufe Stoffe nach Lust und Laune, wenn ich einen schönen sehe oder spontan eine Idee hab. Selten werden sie dann direkt verarbeitet. Neulich kramte ich einen Stoff aus der hintersten Ecke hervor … und störte eine Wespe beim Winterschlaf. Abgesehen davon, dass ich Wespen sehr (!!) hasse, hatte ich den Stoff für irgendwas Bestimmtes gekauft. Aber mir ist bis heute nicht eingefallen, wofür.

Nachdem der letzte Stoffmarkt dann ein minibisschen eskaliert ist, brauchte ich eine Lösung. Ordnung musste her. Zumindest in Ansätzen. Wie könnte ich den Überblick über meine Stoffe behalten, ohne sie ständig rauszuwühlen? Wenn Leute wollen, dass man sich an sie erinnert, geben sie einem ihre Visitenkarte. Wenn Stoffe wollen, dass man sich an sie erinnert … richtig, dann brauchen sie eine Visitenkarte! HA!

Gedacht, getan und hier teile ich mein Werk nun mit euch: meine Stoffkarten!

 

How to Stoffkarte

Zuerst einmal könnt ihr euch das Freebie herunterladen. Es gibt auch eine „Random“-Version runterladen, wenn euch die Idee gefällt, ihr aber andere Infos festhalten wollt.

Stoffkarte | Stoffkarte „random“

Einfach mehrmals auf eine Seite drucken, ausschneiden, beschriften. FERTIG! 🙂

Stoffkarte | norainhh.de

Links klebt ihr ein Stück des Stoffes auf (auch wenn mir das Anschneiden jedes Mal super schwerfällt, an diesen 3cm wird es später nicht scheitern). Rechts könnt ihr euch die Stoffart aufschreiben, für welches Projekt ihr ihn gekauft habt und wie viele Meter noch übrig sind.

Kleiner Tipp: Macht es schlauer als ich und schreibt zumindest die Meterzahl mit Bleistift. So könnt ihr sie immer aktualisieren, wenn ihr etwas vom Stoff verwendet habt. Es ist auch noch Platz für weitere Notizen, z. B. wo ihr den Stoff gekauft habt, ob er schon gewaschen ist, Besonderheiten, usw.

Ich bewahre meine Stoffkartei in einer kleinen Schachtel auf. Und ab jetzt kaufe ich nur noch, wenn ich den Stoff wirklich brauche (haha niemals!).

Stoffkarte | norainhh.de

Ich hoffe, euch gefällt meine Stoffkarte und ihr könnt etwas damit anfangen. Verratet es mir gern in den Kommentaren!

 

Noch ein paar praktische Nähorga-Freebies

Anfälle, meinen Alltag, die Wohnung und irgendwie auch meine Hobbys aufzuräumen, habe ich regelmäßig. So richtig erfolgreich sind sie aber selten. Kreativität = Chaos!

Es gibt aber ein paar praktische Freebies, die das Nähen ein bisschen organisierter machen. Diese hier haben sich für mich als sehr nützlich erwiesen:

Nadelmerker

Jeder kennt es: das Nähnadel-Chaos. Schnell ausgetauscht, in das kleine Maschinenfach gelegt … und später weiß man nicht mehr, was was ist. Es soll Menschen geben, die Nadeln anhand der Markierungen zuordnen können – ich kann mir ja wie gesagt nicht mal merken, welchen Stoff ich noch im Schrank hab. Daher liebe ich den Nadelmerker von Stich & Faden sehr!

Als dieses Freebie erschien, habe ich noch nicht mal genäht und der Blog ist mittlerweile leider stillgelegt.

Maßnehmen

Die Größen sind von Designer zu Designer und teilweise sogar von Schnittmuster zu Schnittmuster unterschiedlich. Was aber in der Regel immer gleich bleibt: die eigenen Maße. Aber auch die merke ich mir nie. Daher finde ich das Freebie von Laurie.mmm total super: Einmal ausmessen, aufschreiben und schon hat man seine Maße immer parat. Oder die von Freunden.

Näh-Guide für englische Schnitte

Gibt es jemanden, der Seemannsgarn von Fredi nicht total gern liest? Ich jedenfalls bin Fan und ganz besonders von ihrem Näh-Guide für englische Schnittmuster. Maße und Fachbegriffe auf einem kleinen Zettel zusammengefasst, da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Kennt ihr noch andere Nähorga-Freebies? Dann her damit, ich ergänze die Liste gern! 🙂

Stoffkarte | norainhh.de

Verlinkt bei RUMS!

9 comments on “Über Stoffdemenz und Nähorga – mit FREEBIE: Stoffkarte 

  1. Ganz toll! Werd ich mir auf jeden Fall im Nähzimmer einrichten und Buch führen! Will ich eigentlich schon länger, aber bisher fehlte eine einfache Lösung und die lieferst du nun 😉 Ich muss mich in Sachen Stoffkauf wirklich disziplinieren und nur kaufen, wozu direkt eine Projektidee besteht oder es lassen, sonst hortet man wie ein Hamster 😉
    Liebe Grüße und Danke für die tollen Tipp!

    1. Danke für den lieben Kommentar, Stephie! 🙂 Ich drück die Daumen, dass das klappt mit der Disziplin. 😉

  2. Ich hab’s auch schon mal versucht. Da ich meist im Internet bestelle, habe ich einfach die Bestellungen ausgedruckt und ein Stück Stoff drauf geklebt. Irgendwie hab ich das dann aber immer wieder vergessen (wegen der Demenz wahrscheinlich 😉 ). Deine Idee finde ich klasse und ich werde noch mal einen Versuch starten, um Ordnung in das Stoffgewirr zu bringen.

  3. Fantastische Idee- besonders für Leute wie mich, die den Stoff mangels Regal noch in Kisten hörten müssen… Deshalb: Vielen Dank! 🙂

  4. Schade, nun weiß ich gar nicht, was der Nadelmerker von Stich und Faden ist, denn du hast kein Foto davon abgebildet. Der Blog ist ja nicht mehr vorhanden.

    1. Danke für den Link Nora, das Bild hatte ich beim Suchen nicht gefunden. Hast du die einzelnen Punkte dann beschriftet? Oder woher weißt du was welcher Punkt in einer Farbe bedeutet? Kannst du dein Exemplar vielleicht fotografieren?

      Ich mache es so, daß ich eine dünne Stecknadel an der Stelle in die Nadelschachtel reinlege, wo ich die Nadel rausnehme. Seither weiß ich immer, welche Nadel in der Maschine ist 🙂

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